Ensemble der Sommerkonzerte Volkenroda

am Fr 18.03.22 20:00 Uhr



Stadthalle Singen
Hohgarten 4
DEU-78224 Singen

Anfahrtsskizze

Stephanie Winker, Flöte (Bild)
Laura Ruiz-Ferrerez, Klarinette
Sarah Christ, Harfe
Elena Graf, Violine
David Schultheiß, Violine
Gareth Lubbe, Viola
Panu Sundqvist, Cello

ANTONIO VIVALDI (1678-1741): „Il gardellino (Der Stieglitz)“ op. 10 Nr. 3, Konzert für Flöte,
Streicher und B.C. (Harfe)

GEORG FRIEDRICH HÄNDEL (1685-1759) / JOHAN HALVORSEN (1864-1935): Passacaglia für Violine und Viola (1894)

CARL PHILIPP EMANUEL BACH (1714-1788): Triosonate G-Dur H 568, Wq 144 für zwei Violinen und B.C. (Harfe und Cello)

MAURICE RAVEL (1875-1937): „Introduction et Allegro“ für Flöte, Klarinette, Streichquartett und Harfe

TŌRU TAKEMITSU (1930-1996): „Toward the sea” III für Altflöte und Harfe (1989)

WOLFGANG AMADEUS MOZART (1756-1791): Klarinettenquintett A-Dur für Klarinette und Streichquartett, KV 581

Bei den Sommerkonzerten im thüringischen Zisterzienserkloster Volkenroda kommen, angeführt von der Flötistin Stephanie Winker, Musikerinnen und Musiker verschiedener Instrumentengruppen zusammen und erarbeiten für ein Konzertwochenende ein facettenreiches Programm das Entdeckungen und Überraschungen ermöglicht. Das spiegelt sich auch im Programm für das Gastspiel in der Stadthalle Singen.

In seinen zahlreichen Solokonzerten, die er für seine begabten Schülerinnen am venezianischen Waisenhaus Ospedale della Pietà komponierte, wählte Antonio Vivaldi gerne auch aussagekräftige Titel (nicht nur in den „Vier Jahreszeiten“), um die Stücke aus der Menge herauszuheben. Dazu gehört „Il gardellino“, in dem die Soloflöte das Zwitschern des Distelfinks nachahmt. Der norwegische Geiger Johan Halvorson nutzte ein Passacaglia-Thema (das sind Variationen über eine gleichbleibende Bassfolge) von Händel für ein ebenso vergnügliches wie virtuoses Streicherduo.

Carl Philipp Emanuel Bach, der zweitälteste, gilt als der berühmteste der Bach-Söhne, zu Lebzeiten war er gar berühmter als sein Vater. Die französischen Komponisten scheinen eine besondere Affinität zu Bläsern und zur Harfe (und der Kombination dieser Instrumente) zu haben: zu erleben ist dies in dem rauschhaften Farbenreichtum von Ravels „Introduction et Allegro“ aus dem Jahr 1905, das sofort das Bild von südlicher Sonne, Wind und Meer weckt.

Toru Takemitsu (1930-1996), der sich hauptsächlich autodidaktisch ausgebildet hatte, galt seit den fünfziger Jahren als einer der führenden Komponisten Japans. Avantgardistische Techniken der westlichen Musik sowie asiatische Musiktraditionen fließen in seinem Werk zusammen. Takemitsu komponierte auch Filmmusik, etwa für Akira Kurosawas „Ran“ aus dem Jahr 1985. „Towards the sea“ rückt den dunklen weichen Klang der Altflöte in den Mittelpunkt, das Motiv aus den Tönen Es-E-A („Sea“) durchzieht alle drei Sätze, die sich auf Herman Melvilles Roman „Moby Dick“ beziehen und die spirituelle Kraft dieses Buches spiegeln. Takemitsu hat das Stück als Auftragswerk für Greenpeace und die Rettung der Wale geschrieben. Man hört die Walgesänge in der Musik.

Den Abschluss bildet W.A. Mozarts unvergängliches Klarinettenquintett, geschrieben für Anton Stadler, einen der ersten Meister auf diesem damals noch jungen Instrument. Die Dialoge zwischen der Klarinette und dem Streichquartett gehören sicher mit zum Schönsten, was es in der Kammermusik gibt.

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