Buch
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Immer Bekommt Der Blöde Tenor Die Dame- Anekdoten

von Raderer Friederike + Wehmeier Rolf

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Man muss Opernanekdoten eigentlich aus dem Munde derer hören, von denen sie stammen. Aufgeschrieben verlieren sie meist an Brillanz und Witz. Nun hat nicht jeder Gelegenheit zu Gesprächen mit Sängern, Dirigenten, Komponisten und anderen Menschen aus dem Opernbetrieb. Friederike Raderer und Rolf Wehmeier gehören zu jenen, die aus dem Vollen erlebter Gespräche mit Bühnenkünstlern schöpfen können, aus denen man ja eigentlich am allerbesten das, was die Oper ausmacht, kennen lernen kann. Giulietta Simionato, eine der bedeutendsten Mezzosopranistinnen der Mailänder Scala, die erst vor wenigen Monaten, kurz vor ihrem hundertsten Geburtstag, gestorben ist, sagte übers Singen einmal: „Man sollte eigentlich mit einem Körperteil singen, das ich nicht zu nennen wage.“
Solche Offenheiten sind selten. Meist werden Anekdoten ja entschärft, geglättet, salonfähig gemacht. Auch bei Raderer und Wehmeier ist das so. Und doch blickt man in ihrem inspirierenden Anekdotenband hinter die Kulissen des Opernalltags. Unter den Rubriken „Produktion“, „Premiere“ und „Danach“ haben sie allerhand Selbstgehörtes, Abgeschriebenes und Angelesenes gesammelt über Pausengespräche, Probenarbeit, Finanzen, Konkurrenzkämpfe und Bekenntnisse hinter den Kulissen: Menschlich-Allzumenschliches, Humoriges, Frivoles und Bissiges. Christel Goltz beispielsweise, als sie vor wenigen Jahren gefragt wurde, was sie von Regisseuren hielte, antwortete: „Von zehn würde ich neun erschießen!“
Auch von Neid und Eifersucht erfährt man so manches in dem Anekdotenbändchen: Die Tochter von Wagner-Sänger Erik Schmedes soll zum berühmten Tenor Leo Slezak gesagt haben: „Weißt du, Onkel Leo, du bist halt ein Sänger, aber mein Papa ist ein Künstler.“ Slezak darauf: „Wenn dein Papa das hohe C hätte, wäre er auch ein Sänger!“ Nicht ganz ohne Grund soll der Komponist Pietro Mascagni das italienische Wort für dumm – stupido – wie folgt gesteigert haben: „Stupido – stupidissimo – tenore.“ Und doch beklagte einst Bernd Weikl: „Immer bekommt der blöde Tenor die Dame.“ Aber auch die singenden Damen bekommen ihr Fett ab. Mirella Freni, die in den 1970er Jahren, als normalgewichtige Sängerinnen eher die Ausnahme waren, gefragt worden sei, ob sie spezielle Diät halte, habe geantwortet: „No, io mangio normale! Ich esse normal!“ Angesichts der Modelfiguren der heutigen Diven würde wohl demnächst der Tod eines Sprichworts zu beklagen sein. Dazu ein weiteres Zitat aus der Sammlung: Im Mai 2004 sollte „die sehr gewichtige Deborah Voigt als Ariadne auf Naxos in Covent Garden das ,Kleine Schwarze‘ tragen. Sie passte nicht mehr hinein und wurde kurzerhand vom Casting-Direktor gekündigt und durch eine schlankere Sängerin ersetzt.“
Der Opernbetrieb ist hart. Es darf gelacht werden.
Dieter David Scholz

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